Anzeige wegen Markennennung /AD/Advertisement/Werbung

🚫📱

— WERBUNG WEGEN MARKENNENNUNG —

Mittlerweile ist fast jede Instagram Caption mit diesem Slogan versehen und man kann es nicht anders sagen: es nervt! Egal ob Selfie, OOTD oder sogar Insta-Story, jeder Beitrag, der von Bloggern/Influencern auf der Platform geteilt wird, wird derzeit als Werbung gekennzeichnet.

Dieses Phänomen haben wir dem Verein sozialer Wettbewerb zu verdanken! Dieser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht die Plattform auf versteckte Werbebeiträge zu untersuchen, um den Verbraucherschutz zu gewährleisten. Dabei ist es für uns alle doch nichts wahrhaftig Neues.

Natürlich wird die Influencerin, die so gnädig ist und ihre „Morning Routine“ für uns filmt, damit wir endlich wissen, mit welchem Concealer man am wenigsten so aussieht, als würde man langsam an einer Mischung aus Mangelernährung, Schlafentzug und Selbstverliebtheit zu Grunde gehen, für diesen Post bezahlt.

Ist ein Influencer so nett und nimmt uns mit auf ein Event, geschieht das, weil das ganz genau so im Vertrag festgehalten wurde. 1x Outfitpost mit Markierung, eine Story oder besser noch Instagram „Take-Over“ (dabei bedient besagter Influencer für ein paar Stunden den Account, der beworben werden soll) und am besten am nächsten Morgen verschlafen im Bett nochmal für die Einladung bedanken, macht locker 3000€ – 10.000€, je nach Reichweite.

Da es durch diesen Verein jedoch immer wieder zu Abmahnungen und sogar Anzeigen kam, wodurch die Nutzer der Seite durch irreführende Werbebeiträge enorme Geldstrafen zahlen mussten, wird kurzerhand von der Influencer-Garde alles als Werbung gekennzeichnet.

Daher gilt also derzeit die Devise: Lieber alles kennzeichnen, bevor es wieder zu einer solchen Abmahnung kommen kann. Durch diese Flut an als Werbebeitrag gekennzeichneten Posts zeigt die Plattform ihr darkes Wesen, sie wird mehr und mehr zu einer großen Werbeplattfom. Ist einem dies jedoch bewusst, ist daran doch nichts verwerflich, schließlich wird man doch auch in der Realität überall von Werbung begleitet.

Eine viel nervigere, durchaus absurde, Begleiterscheinung dieser Werbespots sind jedoch all jene Menschen, die sich in ihrer Freizeit, also nach Feierabend, als Influencerin inszenieren und – wie ihre großen Vorbilder – ihre Posts als Werbung kennzeichnen – obwohl diese ja gar keine ist.

Schließlich haben sie sich ihr Forever 21 Crop-Top doch selbst gekauft. Jeder kennt diese Accounts, 200-1000 Follower, in der Freizeit spielt man Influencer, mit allem was dazu gehört. Das beginnt meist schon beim Frühstück. Ganz ungeniert wird das Salamibrot, am besten noch mit Blitz abgelichtet, Filter drauf und raus ins Orbit.

Die „Community“, die meist aus ein paar Freunden und Familie besteht, die entgeistert zu schauen, so wie auf das blecherne Chaos einen Autounfall, wird mit Hilfe der Insta Stories Umfrageoption gefragt, ob sie auch gerne die Teesorten Kamille und Himbeertörtchen mischen.

Jeder hat mal klein angefangen, gar keine Frage #dreambig. Und, das sei hier auch angemerkt, der Influencer ist eine Vorbild, wie früher die Popstars, dazu noch vermeintlich nahbar, daher nachvollziehbar, dass deren Verhalten kopiert wird, ohne Rücksicht auf Verluste – bis zur Schmerzgrenze des Erträglichen.

Psychologisch ist all das natürlich hoch spannend, die wenigen Likes / Kommentare scheinen den Beer-O-Clock Influencer so sehr zu puhen, dass er bereit ist ein Großteil seiner Freizeit zu opfern, um sich in Szene zu setzen, meist auf Kosten des Boyfriends, der fotografieren muss.

Letztes Jahr stellte Instagram eine neue Funktion vor, die Ausgeburt des Teufels, der Traum eines jeden Influencer Wannabe’s:  das Businessprofil!!!

Damit nun wirklich jedem die totale Überwachung des Traffics auf seiner Page ermöglicht werden kann, kann man, mit nur einem Swipe und durch die Angabe einer E-Mail Adresse, wahlweise auch Telefonnummer oder Standort, zum offiziellen Business werden. Dabei bietet die App einige Möglichkeiten dieses Business zu definieren, die Top Definitionen dieser Pages lauten wie folgt :

No. 1 : Persönlicher Blog (Meine Freunde sagen, ich kann auch Blogger werden, ich interessiere mich für Mode und alle fragen mich immer, woher ich meine Outfits habe und ja, ich denke schon, dass ich ganz hübsch bin.) No. 2: SportlerIn (Ich bin auf meiner eigenen Fitnessjourney, #fitfam #instafit, mein Motto: Schweiß ist nur Schwäche, die den Körper verlässt, außerdem gibt es 15% auf Eiweißpulver, probiert mal Banana/ChocolateChip das schmeckt nur halb so kacke.)

No. 3: Kunst (Ich komme aus gutem Haus, male gerne und zeige mich in regelmäßigen Abständen beim Lesen wertvoller Bücher, alle sagen, ich bin echt kreativ, gerne benutzte ich bedeutungsschwangere Captions und Quotes, Life inspires me !)

No. 4: Just for fun (Ich will einfach nur sehen wie viele von euch meine Selfies speichern, sollte ich mehr Follower bekommen bin ich sofort 1000% dabei, bis dahin tue ich gelangweilt und amüsiere mich über all die, die Instagram so ernst nehmen #getalife)

Smart von Instagram quasi alle  hoch offiziell zu Influencern zu erklären, denn so steigt die Motivation Content zu produzieren, so kommt es zu mehr Interaktion  – und davon lebt die Social Media Plattform nun einmal. Bald wird (hoffentlich) auch dieser Trend ein Ende haben, entweder werden besagte „Blogger“ sich eingestehen müssen, dass ihr wahres Talent doch an einem anderen Ort zu finden ist oder, oder, realisticher, ist das endlich klare Do´s and Don´ts festgehalten werden, die den Umgang mit dem Werbepost vereinfachen.

Für alle, die es durch viel Arbeit, Kreativität und eine klare Linie schaffen, gefragt zu bleiben, würde dies den Job um ein Vielfaches erleichtern. Die Medien sind kein neues Berufsfeld und doch scheint es so, als ob das Gesetz dort einfach verschlafen hat mitzuziehen. Es wird schon lange Geld mit Werbung auf Social Media verdient, es ist an der Zeit klare Richtlinien festzulegen, damit es nicht mehr zu Abmahnungen und Strafen im sechsstelligen Bereich kommt, weil die Bildunterschrift eines Postings diesen nicht klar genug als Werbung definiert.

Category: News

Tags: Influencer, Instagram Girl, w

Von: Mara Simon

Instagram