Berlin Fashion Week: Die drei “No Go-Shows”

Während es mindestens drei Shows gibt, auf die wir uns im Rahmen der anstehenden Mercedes Benz Fashion Week Berlin diebisch freuen, gibt es – wie das nunmal in Berlin so üblich ist – auch diesmal wieder einiges an üblem Mist zu sehen.

Wir sprechen daher hier offiziell eine Warnung aus und empfehlen, bei folgenden drei Shows einfach zu Hause zu bleiben oder zu schlafen oder sich einen runterzuholen oder sich erst einen runterzuholen und dann zu schlafen. Egal was. Alles ist besser, als diese Shows zu sehen. Selbst Befriedigung.

1. GUIDO MARIA KRETSCHMER

Guido M. K. ist nicht nur Deutschlands bekannsteste Shopping-Queen – sondern auch die beliebteste Prosti der Modebranche: Er treibt’s mit allen und jedem, selbst für kleinstes Geld.

Kretschmer gilt als der umtriebigste Corporate-Fashion-Designer Deutschlands. Auswahlkriterien für Kooperationen scheint er keine zu kennen. Getrieben hat er es unter anderem schon mit HÖGL, SPAR MARKT, EBAY und TUI. Nun ja.

Seine eigene Mode, die er unter dem höcht uneitlen Namen GUIDO MARIA KRETSCHMER vertreibt, lässt sich treffgenau zwischen der brutalen Billig-Glitzer-Ästhetik eines Harald Glööcklers und der Billigmode-Kette PRIMARK einordnen.

Dazu passt, dass die Knutschkugel Kretschmer der Liebling der deutschen C-Promi ist, der auf dem Red Carpet niemandem mit seinem Bussi verschont. Auch das spricht Bände. Denn offensichtlich geht es bei GMK um alles – nur nicht um Mode.

Wir empfehlen dem Designer einfach mal: mehr shoppen, mehr Bussis – weniger selbst designen.

2. MINX BY EVA LUTZ

Dass ein Label wie MINX BY EVA LUTZ seine so genannte Mode auf der Berlin Fashion Week präsentieren darf, offenbart das Dilemma der hiesigen Modewoche:

Es fehlt eine regulierende Organisation, deren Interesse nicht primär finanzieller Natur ist. Ein strategisch operierendes Gremium von Mode-Experten, wie in Paris oder London, das verhindern würde, dass Frauen wie Eva Lutz für Angst und Schrecken unter den internationalen Besuchern der Fashion Week sorgt, gibt es hierzulande nicht. 

Die Designerin beschreibt ihre Zielgruppe und ihre Mode übrigens folgendermaßen: “Berufstätig, erfolgreich und zugleich ein Familienmensch – das ist die Frau von Heute. MINX ist das Label, das sich genau an diesen Typ Frau richtet.”

In anderen Worten: MINX BY EVA LUTZ macht Mode für fleißige Hausfrauen, die zu viel arbeiten und deren Erfolg darin besteht das neoliberale Leistungsmodell mit einem konservativen Familienbild zu vereinen. Wir finden das zum Kotzen, gratulieren diesen Damen jedoch recht herzlich und wünschen ein schönes Restleben by Eva Lutz.

3. MARC CAIN

Irgendwann kam mal das Gerücht auf, dass München eine eigene Modewoche veranstalten möchte. Wir würden das sehr begrüßen, denn dann könnte das schwäbische Label MARC CAIN endlich dort zeigen, wo es hingehört: in der süddeutschen Provinz.

Mit international wettbewerbsfähiger und an internationalen Standards gemessener Mode – und das sollte unserer Meinung nach der Anspruch der Berliner Fashion Week sein – hat das ach so international klingende Modehaus nämlich nun wirklich nichts zu tun.

Und wenn die üble Mode von MARC CAIN als Grund nicht ausreicht, das Label von er Berliner Fashion Week zu verbannen, dann haben wir hier drei weitere, schlagkräftige Argumente:

– die Frisuren der Models,
– die Frisuren der Käuferinnen
– und weil es Designer, die es nicht gibt, nicht geben darf

Category: Fashion Week Berlin

Tags: Berlin, eva lutz, Fashion Week Berlin, guido maria kretschmer, marc cain, minx, No-Go, no-go-shows, shows

Von: Carl Jakob Haupt

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