C’est cool: Give Aways

Gestern hat David einen kurzen, vom Schmerz der Vernachlässigung gezeichneten Text darüber gechrieben, dass auf der Pariser Men’s Fashion Week Spring/Summer 2012 keine “Give Aways”, also Werbegeschenke, für ihn bereit lagen. Noch im Vorjahr hätten wir uns gut und gerne drei Tage im Partnerlook kleiden können, so viele T-Shirts, Mützen, Unterhosen und Schuhe hatten wir beide geschenkt bekommen. Selbstverständlich ließen wir all das in Paris zurück, aus Angst vor den Handgepäckbestimmungen von Air France, der deutschen Steuerfahndung und aufgebrachten Internetkommentatoren.

Unter den Artikel von David hat unser Leser und treuester Kommentator Siegmar geantwortet. Er findet es doof, dass “Z-Promis und viele Blogger” nur zu Fashion Shows gehen, um “Goodies” abzustauben. Dandy Diary nennt er dabei eine Ausnahme, mit der Einschränkung “vielleicht”. Das ehrt uns natürlich, ist so aber nur halb richtig. Denn auch wir sind scharf auf “Give Aways”.

Allein die kunstvoll von Sponsorenlogos gestalteten Tüten, in denen die Geschenkchen überreicht oder drapiert werden, sind an sich schon wertvoll. Sie dienen nicht nur als willkommene Tarnung für mitgebrachte Getränke – wo sonst kann man so einfach zwei Flachen Weißwein verstecken? – nein, sie sind auch sehr nützlich wenn es darum geht, zu sehen, mit welchen Sponsoren so ein Designer denn tatsächlich alles zusammenarbeitet. Manchmal ist das wirklich kurios.

Aber auch die Inhalte lieben wir. Ständig bekommen wir Lippenstifte (Dior), Parfums (Armani), Cremes (überall) und Vibratoren (Lena Hoscheck) geschenkt. Das finden wir toll. Mit diesen kleinen Geschenken umgarnen wir nämlich gern unsere diversen Freundinnen, weiblichen Bekannte, Mütter und tuntigen Freunde. Das spart uns viel Geld an Weihnachten und Geburtstagen. Dandy Diary wäre in der Form nicht mehr tragbar, wenn wir unser Geld für Mädchengeschenke ausgeben würden, anstatt für Partys, Open Bars, aufwändige Internetgrafiken und so.

Was wir damit sagen wollen: Weiter so, gebt uns Geschenke, wir brauchen sie.

Und jetzt, wo wir mit der traurigen Wahrheit der “Give Away”-Geilheit rausgerückt sind, könnten wir auch endlich guten Gewissens die diversen schönen Designerkleidungsstücke aus Paris mit in die Air France-Maschine nehmen – nur leider sind wir damit wohl zu spät. “Give Aways” sind scheinbar out. Wir trauern und proklamieren: “Give Aways” sind das It-Piece der Saison!

Bild: iheartalice.blogspot.com

Category: Trend

Tags: geilheit, geschenke, give away, giveaways, werbung

Von: Carl Jakob Haupt

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