Diane Pernet vermisst Meinung in der Mode!

Derzeit brodelt es gewaltig in der Modebranche. Erst verfasste Suzy Menkes einen Hate Artikel gegen Bryanboy, Anna della Russo & Co, dann beschrieb Tim Blanks die negativen Konsequenzen des Streetstyle-Phänomen in einer Mini-Dokumentation und nun kritisiert Diane Pernet die Modebranche, eine Branche, die verlernt hat zu kritisieren.

Sie schreibt, dass in anderen Kultursparten, beispielsweise im Film oder Theater, Kritik möglich ist, nur nicht in der Modebranche. Denn wenn man in der Mode kritisiert, so Pernet, dann wird man unter Garantie nicht zur nächsten Fashion Show eingeladen. Dass echte Modekritik selten bis gar nicht stattfindet, ist nicht wirklich neu, ebenfalls ist es ein offenes Geheimnis der Branche, dass Modemagazine abhängig von ihren Werbekunden sind.

Doch selten wurden Wahrheiten so offen, ehrlich und detailiert ausgesprochen, wie von Diane Pernet in ihrem Artikel Who watches the watchers, den sie ursprünglich für Byronseque verfasste.

Wer eine Anzeige in einem Magazine bucht, der bekommt Inhalt, so lautet das Regelwerk der Modebranche.

Doch derartige Abhängigkeiten entstehen natürlich nicht nur in der Printwelt, sondern auch im Online-Kosmos. Doch wenn Modejournalisten mahnen, dass die Meinung von Bloggern durch Geschenke der Labels beeinflusst werden könnten, dann ist dies milde ausgedrückt absurd. Denn die Beeinflussung von Modemedien durch Geschenke oder auch durch die Buchung einer Anzeige ist kein Phänomen, das mit den Bloggern entstanden ist.

Diane Pernet sieht das ähnlich:

“The ones that write their content based on who is paying the bills are no better/or worse than the magazines that only report on their advertisers”

Über ihren alten Arbeitgeber, die Vogue, fällt sie ein besonders hartes Urteil:

” Are current Vogue editors critics? I’m not sure if a lot of editors even read books, much less offer serious criticism of the collections that they cover. Their focus is more about fitting all the advertisers into the editorial pages.”

Modejournalisten, die auch mal Kritik äußern, lassen sich an einer Hand abzählen. Sie arbeiten bei großen Zeitungen, deren Abhängigkeit von der Modebranche, über die sie schreiben, sich in Grenzen hält, beziehungsweise non-existent ist, zu den unabhängigen Berichterstattern der Modeindustrie darf man Cathy Horyn, Eric Wilson und Suzy Menkes zählen.  

Den kompletten Artikel von der uns hoch verehrten Diane Pernet könnt ihr hier lesen.

Foto: Baca da Silva

Category: News

Tags: Blogger, Diane Pernet, Meinungsfreiheit, Modekritik, Tim Blanks, vogue

Von: David Kurt Karl Roth

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