“DICKEN STEUER” – Darf Plus-Size mehr kosten?

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Derzeit steht die Modekette NEW LOOK in der Kritik. Der Vorwurf: Dass die britische Modekette ihre Kleider in Übergrößen unverhältnismäig teuer anbietet. Eine “Steuer für Dicke” so schallt es durch das Netz. Dort wird wild diskutiert und gestritten: “Ich bin fett und ich verstehe die Fat Tax total” über “Hört auf Kebab zu essen und ihr werdet weniger bezahlen” bis hin zu “Diskriminierung” reicht.

So kam es zum pfundigen Shitstorm: Bei einer Shopping-Tour fand eine NEW LOOK Kundin heraus, dass sie für eine Hose in Übergröße ganze drei Pfund mehr bezahlen muss, als für die exakt gleiche Hose in der “normalen” Abteilung. Sie stellte einen Preisunterschied von 15% fest. Zuhause klickte sie sich durch den Online-Shop der Retail-Kette und verglich weitere Preise. Ganze 30% mehr soll ein Shirt in Plus-Size kosten, so stellte sie entsetzt fest. Die Kundin, entrüstet, wutentbrannt, wendete sich an das Unternehmen.

Das simplestes, erstmal logisch klingende Argument in der Debatte: mehr Stoff, mehr Arbeitsaufwand, höherer Preis, doch so einfach funktioniert es nicht. Die Zusammensetzung des Preises im Laden (Statistik von 2013), von einem T-Shirt, welches in Bangladesch produziert wird lautet: 8%  Kosten für die benötigte Baumwolle, 19% für Stoffproduktion und Nähen in Bangladesch. Daher, ziemlich eindeutig, ist eine Erhöhung des Preises von 30% für ein Plus-Size T-Shirt absolut nicht gerechtfertigt.

Was für einzelne Designer, kleine Produktionen und Labels gilt, lässt sich nicht einfach so auf ein großes Retail-Unternehmen übertragen. Da zählen anderen Regeln.

Schnell stellen sich weitere Fragen: Wo ist die Grenze zu dem was als “Plus Size” gilt? Wer zieht die? Müsste es demnach nicht einen langsamen Kostenanstieg geben, der von XS bis zu XXL reicht? Wieso kostet dann oft ein Top genauso viel wie ein T-Shirt, obwohl man für das Top doch weniger Stoff braucht?

„Es ist diskriminierend gegenüber allen Kunden, die größer sind. Selbst die Hosen in höheren Größen, die ebenfalls mehr Stoffe benötigen, haben denselben Preis wie normale. Ich bin genervt.“, findet die Revoluzzerin, die Kundin, die den Kampf gegen die “Dicken Steuer” ins Rollen brachte.

Der Pressesprecher von “New Look” reagierte beschwichtigend auf die Vorwürfe: Man arbeite daran, dass diese Art von Preisunterschieden in Zukunft überprüft werden, damit diese nicht nur für das Business, sondern auch für den Kunden gut funktionieren.

Bei einer Umfrage des Telegraph, die über das Thema berichteten, gehen die Meinungen der Leser deutlich auseinander. Von 504 Wählern, sind nur 22% der Meinung, dass es sich bei einem höheren Preis für “Dicke” um eine Diskriminierung handele. Und auf  Twitter äußern sich unter dem Hashtag #NewLook und #FatTax beide Parteien, der größere Teil allerdings findet: Mehr Materialien gleich mehr Kosten, die sogenannte “Fat Tax” seien also gerechtfertigt.

Was denkt ihr? Leserbriefe zum Thema gern an das Berliner Dandy Diary Office:

Dandy Diary UG
Böckhstraße 44
10967 Berlin

via The Telegrapher

Category: News

Tags: Fat Taxes, New Look, plus size

Von: Angelika Watta

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