Die Straße ist tot, lang lebe das Internet!

Punk, New Romantic,  Grunge, New Rave, Nu Grave – allesamt Trends, die auf der Straße, in den Clubs und Magazinen entstanden.

Seapunk sorgte für einen Zeitenwandel. Denn Seapunk war der erste Trend, der erstmalig ausschließlich im Internet entstand. Ein nicht zu unterschätzender, geschichtsträchtiger Moment für die Mode. 

Trendscouts werden fortan nicht mehr durch Hackney und Harajuku – bewaffnet mit der neuesten Kamera – jagen müssen, sondern dürfen sich bequem von zu Hause durch Tumblr klicken. Oder auf Instagram den Social-Media-Kings folgen. Denn die haben heutzutage mehr Einfluss als jedes Clubkid oder Cool Kid der Straße. 

Das Internet ist dabei die Modebranche grundlegend zu verändern. Es klingt schon fast wie ein Klischee, doch die Konsequenzen sind nicht abzusehen, daher allesamt: ultra-spannend. Bei allen Protagonisten der Modebranche – egal ob Model, Designer oder Journalist – wird es zukünftig nicht mehr ausreichen ausschließlich ihrer Berufung nachzugehen:

Designer werden nicht nur noch Mode entwerfen, sondern werden auch darüber berichten müssen, auf Facebook oder Instagram. Durch Blogs wurden Journalisten zum Superstar. Man denke nur an Anna della Russo. Und das gehypte Model Cara Delevigne – ist nicht nur Model, sondern in erster Linie Social-Media-Queen. Sie hat Millionen Follower auf Twitter, Instagram und Tumblr.

Das I-D Magazine hat mit Is the internet the new streets? einen interessanten Artikel zum Thema geschrieben. In Anbetracht der Zukunft der Mode muten die jüngsten Entscheidungen der New York Fashion Week veraltet an. Catherine Bennett – die Senior Vizepräsidenten der IMG (Veranstalter NYFW) will es zukünftig wieder exklusiver haben:

“Was einmal eine Plattform für etablierte Designer war, die ihre neuen Kollektionen ausgewählten Medienvertretern und Käufern vorstellen, hat sich in eine äußerst kostspielige und anstrengende Zeitspanne verwandelt, die es schwer macht, wirkliche Geschäfte zu führen“.

Die Mode stellt eine progressive Branche dar. Irgendwie dreht es sich immer um die Zukunft. Da bedarf es Visionären. Nicht Nostalgiker wie Bennett, die sich die “guten alten Zeiten” herbeiwünscht. Denn die werden nicht wieder kommen, auch nicht wenn Mrs. Bennett sich das wünscht.

Denn die “wirklichen Geschäfte” –  so wie es Bennett nennt – werden schon längst im Internet geführt und angekurbelt. Daher stellt die Verbannung der “neuen Medien” keine Lösung dar.

Die Branche sollte sich vielmehr auf die veränderte Situation einzustellen. Ein gutes Beispiel dafür ist die London Fashion WeekDort half Susie Bubble in der letzten Saison bei den Akkreditierungen. Sie entschied zwischen wichtigen und unwichtigen Bloggern.

Den viel kritisierten “Zoo” vor dem Fashion Week Zelt konnte sie nicht verhindern, doch sie sorgte für eine nachvollziehbare Selektion, damit war sichergestellt, dass den richtigen “Medienvertretern” Zugang zu den Shows gewährt wurde.

Category: News

Tags: I-D Magazine, Is the internet the new street?, lesetipp, Susie Bubble

Von: David Kurt Karl Roth

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