Downsizing bei Helmut Lang

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Wieder wird bei HELMUT LANG alles anders:

Erst 2017 erfolgte ein Relaunch von Lang mit neuer kreativer Direktion unter Isabella Burley, der Dazed & Confused Chefredakteurin, und Hood by Air Gründer Shayne Oliver. Unter deren Leitung kam es zu ein paar sehenswerten PR-Stunts, u.a. Helmut Lang Taxi Project oder der Kooperation mit Exactitudes.

Doch die Geschäftsführung des japanischen Konglomerats Fast Retailing zu der – neben Helmut Lang auch Uniqlo und Theory gehören – entschied, dass durch ein „Downsizing der Operation“ zukünftig mehr Profit eingefahren werden soll, quasi alle Bereiche sind betroffen:

Die Produktauswahl wird signifikant eingekürzt, der neue Fokus: Denim. Fortan setzt Helmut Lang auch nicht mehr auf Unisex-Kollektionen. Es gibt eine Männer- und eine Frauen-Kollektion – entworfen von einem verantwortlichen Design-Team. Durch die radikale Umstrukturierung kommt es zu zahlreichen Entlassungen weltweit. Und einen kalkulierten Schnitt im Verkauf von fast 50%.

Zielsetzung ist, dass das Brand Helmut Lang dieses Jahr weltweit 60 Millionen US Dollar erwirtschaften soll, 35 Millionen davon in Nordamerika. 2019 rechnet man sogar nur noch mit 20 Millionen (Nordamerika). Generell will man sich bei Helmut Lang in Zukunft mehr auf den Groß- und Onlinehandel konzentrieren.

Obwohl man munkelt, dass die Marke seit mehreren Jahren nicht profitabel ist, wurden bislang alle Offerten für einen Aufkauf gnadenlos abgewiesen. Wie es aussieht hat der japanische Mutterkonzern noch Ambitionen mit dem ehemals sehr populären Label, das in den 1990er Jahren für Simplizismus und Dekonstruktion stand. Der Gründer, Helmut Lang, damals gefeiert als autodidakter Jungdesigner, war ein Pionier der Modeszene, u.a. war der Österreicher einer der ersten Designer überhaupt, der seine Modenschau im Internet zeigte.

2005 stieg Helmut Lang aus, um sich der Kunst zu widmen. Das Label existiert seitdem ohne seinen Namensgeber. Auf Burley folgt übrigens wieder eine Frau in der kreativen Leitung: Alix Browne, die Mitbegründerin des V Magazins, die vom PR-Experten Brian Phillips unterstützt wird. Wer auf auf Shayne Oliver als Designer-in-Residence folgt, ist bislang noch nicht klar.

Daher auch durchaus realitisch, dass es in derart turbulenten Zeiten erstmals weiterhin bergab geht und die schlechte Prognose für 2019 tatsächlich eingehalten werden kann.

Shane Oliver for Helmut Lang

Shane Oliver for Helmut Lang

Category: News

Tags: Alix Browne, Fashion Business, Fast Retailing, Helmut Lang, Shane Oliver

Von: Thao Le Minh

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