Endlich die richtige Größe bestellen – Körperscanner könnten Onlineshopping revolutionieren

Der Artikel mit dem furchtbar langweiligen Titel “Biometrische Erkennungsverfahren: Die nächste Revolution im E-Commerce” belohnt den Leser, der bei dieser Überschrift nicht längst eingeschlafen ist. Denn Karsten Werner erzählt darin von dem Berliner Startup-Unternehmen Upcload, das eine Technologie zur “Fern-Körpervermessung” entwickelt hat.

Das klingt jetzt erstmal ziemlich öde, könnte es aber in sich haben. Denn diese Technik ermöglicht es Kunden, per Webcam ihre Körpermaße zu ermitteln.

Werner schreibt: “Der Käufer könnte das für ihn individuell passende Stück bekommen, ohne die Konfektionsgröße der jeweiligen Marke und ohne deren fertigungsspezifische Abweichungen überhaupt zu kennen und berücksichtigen zu müssen: Er bestellt ein Kleidungsstück und bekommt es automatisch in der Größe, die seinen Körpermaßen am nächsten kommt.”

Doch nicht nur für die Kunden hätte diese Technik Vorteile, sondern in allererster Linie für die Textilunternehmen:

“Jedes zweite Kleidungsstück im deutschen Versandhandel wird heute retourniert. Die jährlichen Quoten bleiben dabei konstant. Weder ausführliche Größenangaben, Umrechnungstabellen, Produktabbildungen mit Zoomfunktionen, oder 3D- Avatare zur Größen- und Stilüberprüfung, noch virtuelle Umkleidekabinen auf den Portalen der Händler konnten daran bisher etwas ändern.”

Retouren, so schreibt Werner, seien der wichtigste Kostenfaktor im Bekleidungsversand:

“Retouren sind im Bekleidungshandel ein Margenkiller. Die Möglichkeiten einer halb- oder gar vollautomatisierten Behandlung der Rückläufer sind in keiner anderen Warengruppe so beschränkt, wie im Umgang mit Textilien. Jedes Teil muss manuell entpackt, geprüft, bewertet, wiederverpackt oder aussortiert werden. Weiterhin fallen pro Teil die Transportkosten für den Rücklauf an. Die Kosten dafür werden bereits gemäß diesen Erfahrungswerten in die Verkaufspreise einkalkuliert.”

Das klingt natürlich alles wahnsinnig richtig und gut. Ob und wann sich die Technik durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Werner ist jedenfalls optimistisch und beendet seinen Artikel folgendermaßen:

“So wie junge Menschen heute nicht mehr wissen, was ein „Sendeschluss“ ist, wird in der Zukunft irgendwann ein Satz aus unserem Sprachgebrauch verschwinden, der heute noch während jeder Kleideranprobe fällt und den eigentlich niemand hören möchte:„Die Größen fallen ja immer unterschiedlich aus!“

Tun sie das?”

 

Bild: stresslessdress.de

Category: News

Tags: Berlin, busines, größen, köerpermessung, körper, markt, maß, maßnehmen, Online, onlineshop, scan, shopping, start up, textil, upcload

Von: Carl Jakob Haupt

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