Facebook-Pause für Lil B

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Mehrmals am Tag postet er. Auf Instagram, Twitter und allen voran auf seinem Profil im Zuckerberg-Imperium: Facebook. Doch damit ist, jedenfalls für die nächsten dreißig Tage, erstmal Schluss für den „based living“ Rapper Lil B.

Based living, das bedeute vor allem „man selbst zu sein, immer positiv zu bleiben und sich keine Gedanken darum zu machen, was andere über einen sagen.“ erklärte B seinen Lifestyle im Interview mit DAZED. Der kalifornische Rapper versuche außerdem „so sehr Feminist zu sein, wie er es eben könnte.“

Er trägt “Legendary BasedGod Jewellery” wie er selbst die bunten XL-Ketten um seinen Hals nennt, blumenbestickte Blazer zu jeder sich bietenden Gelegenheit, dazu sein Lieblingsaccessoire: ein pinkes Bandana.

Der Höhepunkt seiner genderfluiden Kleiderauswahl bot sich, als Lil B zu der US-amerikanischen Fernsehsendung ESPN’s Sports Nation eingeladen wurde. Dort erschien er im Granny-Look: Ein großer Hut, darunter lange, glitzernde Ohrringe gepaart mit einer gemusterten, transparent-weißen Bluse.

Der Internet-Star und „Positive-Energy“-Messias wurde nun ausgerechnet aufgrund von Verstößen gegen die von Facebook erstellten Richtlinien zum Punkt „Hate-Speech“ temporär von der Plattform verbannt. Die besagten Posts wurden gelöscht, so ein Sprecher des Zuckerberg-Imperiums.

Um welche es sich dabei jedoch genau handele, scheint keiner so wirklich zu wissen. McCarthy selbst, Lil B also, hat dafür jedoch gleich eine plausible Erklärung parat:

In letzter Zeit hatte der Social-Media-Man des Öfteren das Race-Problem der Staaten in seinen Postings angesprochen. Immer wieder sprach der selbsternannte „Based God“, der ja überall nur Liebe verbreiten wolle und auf die positive Message setze, von den „white people“ und „the whites“, eine es sich doch recht einfach machende Generalisierung.

Einige der Fans konnten den Facebook-Move verstehen, andere sind empört und loben den Rapper, der  ja, so die Meinung der Fans, die kontroversen, großen Probleme der Gesellschaft immer wieder gnadenlos thematisiert.

Der 1989 in Kalifornien geborene Brandon McCarthy erkannte das enorme Potenzial der sozialen Medien schon recht früh an. Bereits Anfang der 2000er nutzte er erst MySpace, später Instagram & Co um seinen „Based“-Lifestyle zu bewerben und seinen Karriere-Weg auf eigene Faust zu bestreiten.

 

Sein Dasein als Rapper basiert vor allem darauf, den Hip-Hop Lifestyle zu parodieren, die Regeln des Rap-Games zu durchbrechen. Zwischen 2009 und 2012 veröffentlichte er sieben Alben und zwölf Mixtapes. Sein Lieblingsstilmittel:

Die mit Sarkasmus unterlegte Provokation. Einer dieser releasten Alben trägt den Titel „I’m Gay“. Eine Rückbesinnung auf die eigentliche Bedeutung des Wortes (gay = froh) als auch Unterstützung der LGBT – Community.

Die positive Art, die der Kern des „Based-Lifestyle“ darstellt, verbreitet Lil B nicht nur via Tweets & Co. 2009 veröffentlichte er ein Buch mit dem Titel „Takin’ Over by Imposing the Positive“ und tritt zudem als Motivation-Speaker auf verschiedenen Veranstaltungen auf. In einer Videosingle fragte er sich letztens selbst: „Am I Even Really A Rapper Anymore?“. Man weiß es nicht.

Zuletzt jedoch fand der kalifornische Was-Auch-Immer Einzug in die deutschsprachige Musikszene. Auf der neuen Platte von Casper, dem Track „Alles ist erleuchtet“ durfte er die Wogen glätten, nachdem Mr. Griffey gegen Bibi’s Beauty Palace & Co ausgeteilt hatte. – „Look at you, you Look amazing tonight. Keep on Glowing!“

Es ist jedenfalls nicht das erste Mal, dass B vom blau weißen Konzern gesperrt wird. Bereits 2014 gab es eine gezwungene Posting-Pause für den Positive-Speaker. Doch mit 1,57 Millionen Followern auf Twitter, sollte sich diese doch ganz gut aushalten lassen.

Category: News

Tags: BasedGod, facebook, Lil B, rapper

Von: Carl Jakob Haupt

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