Florenz: Einmal an SALVATORE FERRAGAMO schnuppern, bitte

Der Winter ist so eine Sache, wegen der man schon ein wenig mit seiner Herkunft hadern kann. Da haben es die Italiener schon einfacher: bei ihnen fängt der Winter später an und hört früher auf. Dafür ist dort länger Sommer. Unfair!

Ich habe also logischerweise keine Nanosekunde gezögert, als mich das Modehaus SALVATORE FERRAGAMO nach Florenz einlud, um dort einige spätsommerliche Tage zu verbringen. Einzige Auflage: ich müsste am neuen Herren-Parfüm des Hauses riechen.

Kein Problem. Nichts leichter als das.

Das habe ich dann auch getan, am Parfüm mit dem Namen “Aqua Essenziale” gerochen.

Der Duft roch irgendwie dynamisch, dachte ich während der Präsentation – wurde dann aber belehrt, dass er in der Kopfnote nach Limone und in der Basisnote elegant riecht. Nun gut. Ich habe es den Profis einfach mal geglaubt. Bin ja gewissermaßen Neuling in der Parfüm-Branche.

Die Flasche jedenfalls hat eine tolle Farbe: hellblau. Wie der Novemberhimmel über Florenz.

Aber weil man ja nicht den ganzen Tag lang an einem Duft schnuppern kann, konnte ich mich mit meinen internationalen Kollegen anfreunden, mit ihnen durch die Stadt schlendern, viel zu viel Pasta essen und köstlichsten Rotwein aus der Winzerei der Ferragamos trinken. Das war natürlich sehr schön. 

Sieben Dinge, die ich sonst noch so auf der Reise gelernt habe: 

1) Ich möchte von nun an jedes Jahr dem deutschen Winteranfang entfliehen – und zwar nach Florenz, klar.

2) Beauty-Redakteur/innen sind sehr viel eleganter gekleidet, als Mode-Redakteur/innen.

3) Halb Florenz gehört den Ferragamos.

4) Eine Bomberjacke passt nicht so richtig in die Abendgarderoben-Kategorie “smart chic”.

5) “Aqua Essenziale” ist das perfekte Weihnachtsgeschenk für meinen Bruder.

6) Bei der Duftprobe wedeln nur Anfänger wie ich mit dem Streifen unter der Nase herum, die Profis halten ihn etwa einen Zentimeter von der Nase entfernt recht statisch fest und schnüffeln konzentriert, ohne erkennbare Regung.

7) Marylin Monroe hat ausschließlich elf Zentimeter hohe FERRAGAMO-Schuhe getragen. Davon aber ziemlich viele.

Man kann also durchaus behaupten, dass meine vorwinterliche Florenz-Reise eine Bildungsreise war. Und das ganz ohne pensionierte Oberstufen-Lehrer. Klasse!

Fotos: Milosh Harajda (Pavleye Art and Culture), Salvatore Ferragamo

Category: Beauty

Tags: ferragamo, florence, florenz, italien, parfum

Von: Carl Jakob Haupt

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