Im Interview: BJÖRN BORG Designer James Lee

Björn Borg revolutionierte in den 1970er Jahren das Tennisspiel. Er verwendete für Vorder- und Rückhand jeweils eine andere Griffhaltung, nicht wie damals üblich einen Universalgriff. Sein Spiel war so beliebt, dass ALLE Menschen nur noch Tennis spielen wollten. Das Phänomen wurde in Anlehnung an eine damals nicht unbekannte Band “Borgmania” getauft.

Die Generationen Y bis Z verbinden Björn Borg heute in erster Linie mit bunten Unterbuxen der Marke BJÖRN BORG, deren Namensgeber der fünfmalige Wimbledon Sieger ist.

Weil man mir eine große Kiste BJÖRN BORG Unterwäsche versprach, stieg ich letzte Woche in einen Flieger nach Stockholm. Anstatt der versprochenen Kiste frischer Unterwäsche wartete BJÖRN BORG Designer James Lee in seinem Office auf mich.

Auch gut. Wir sprachen über den Megatrend Funktionalität, selbstverständlich: Unterwäsche und über FIRST PERSON LOVER, das Video Game, welches BJÖRN BORG anlässlich der neuen Kollektion entwickeln ließ.

In der neuen BJÖRN BORG Kollektion dreht sich alles um Funktionalität. Wie kam es dazu, dass Funktionalität “cool” wurde? Gibt es einen kulturellen Zusammenhang?

Sport ist ein immer relevanter werdender Teil unser Gesellschaft. Und auch Gesundheit und allgemeines Wohlbefinden werden immer wichtiger. für uns. Ich vermute, dass die immer größer werdende Relevanz dieser Bereiche, dafür gesorgt hat, dass man sich immer mehr mit der technischen Seite, der Funktionalität, auseinandergesetzt hat. Früher ging man ins Gym, zog sich dort Sportkleidung an, doch das ist heute nicht mehr der Fall. Jeder trägt Sportbekleidung –  überall – somit wurde unsere Kleidung immer technischer.

BJÖRN BORG ist berühmt für Unterwäsche. Doch sind die Unterbuxen tatsächlich der Topseller?

Unterwäsche ist noch immer unser Hauptgeschäft. 70% unseres Umsatzes wird mit Unterwäsche gemacht. Doch wir entwickeln BJÖRN BORG immer mehr zu einem Sportswear-Label.

Entwickelt ihr spezielle Unterwäsche für verschiedene Märkte? Trägt der Japaner beispielsweise die gleiche BJÖRN BORG Unterwäsche wie der Holländer?

Saison für Saison gibt es eine Kollektion, doch in dieser Kollektion gibt es verschiedene Styles und unterschiedliche Größen. Es kommt auf das Land an, welcher Style dort verkauft wird. In Holland sind Unterhosen mit längerem Bein beliebt, in Schweden dagegen bevorzugt man enge Unterhosen mit kurzem Bein.

Anatomische Gründe?

Unklar, wir haben noch keine Messungen durchgeführt, sobald dies der Fall ist, geben wir dir Bescheid.

Für die neue BJÖRN BORG Kollektion wurde ein Video Game entwickelt. Warum?

Auch hierbei ging es um die Verknüpfung von Technologie und Mode. Wir wollten einen neuen Ansatz finden eine Mode-Kollektion zu präsentieren. In FIRST PERSON LOVER kämpft man in der neuen BJÖRN BORG Kollektion und mit der Kraft der Liebe gegen seine Gegner. Ein Gegenentwurf zu den Ego-Shooting-Games sozusagen.

 

 

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Category: Special

Tags: Björn Borg, James Lee

Von: David Kurt Karl Roth

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