Kunstmesse Art Basel verklagt ADIDAS

Die Kunstmesse ART BASEL hat den Sportartikelhersteller ADIDAS verklagt.

Der Grund: ADIDAS hatte pünktlich zur ART BASEL in Miami Beach eine limitierte Edition des EQT-Sneakers rausgebracht und mit dem geschützten Schriftzug der ART BASEL versehen. Die MCH Group, Veranstaltergesellschaft der Messe, fand das heraus und wirft ADIDAS vor, mindestens 1000 solcher Turnschuhe in Umlauf gebracht zu haben.

Normalerweise bekommt die ART BASEL für solche Lizenz-Deals Geld. ADIDAS, selbst sehr erfahren im Lizenz- und Co-Branding-Geschäft habe aber nichtmal um eine solche Genehmigung angefragt.

Das ART BASEL-Logo ist auf der Lasche des Schuhs, sowie auf angehängten Etiketts und den Schuhkartons zu sehen. Damit entstehe der Eindruck, dass zwischen der Messe und ADIDAS eine Verbindung bestehe, so die 24-seitige Klageschrift. Die Öffentlichkeit würde dadurch getäuscht.

Die MCH Gruppe fordert nun von ADIDAS unter anderem die Zerstörung sämtlicher Turnschuhe und aller weiteren Produkte, die mit dem ART BASEL-Logo versehen wurden. Außerdem soll ADIDAS sämtliche aus dem Design entstandenen Gewinne abliefern (was allerdings schwierig werden würde oder eben ganz einfach, weil die Special Edition Turnschuhe zu Werbezwecken verschenkt wurden), Schadenersatz zahlen und die Öffentlichkeit über seine Täuschung aufklären.

ADIDAS hatte im Umfeld der ART BASEL MIAMI BEACH an mehreren Tagen Werbeveranstaltungen und Partys mit prominenten Rappern und eingeflogenen Influencern durchgeführt. Für die übermäßige Kommerzialisierung der Messe in Miami wird die ART BASEL in der Kunstszene immer wieder kritisiert und als eher trashig wahrgenommen. Dass sie sich nun gegen Trittbrettfahrer wehrt, ist sicherlich ein Versuch, dem Entgegenzuwirken.

Adidas will sich auf Anfrage zum laufenden Verfahren nicht äussern. Vielleicht ist man in Herzogenaurach aber auch einfach sehr beschäftigt damit, die 1000 beschenkten Partygäste ausfindig zu machen und um die Rückgabe der verbotenen Schuhe zu bitten.

Category: News

Von: Carl Jakob Haupt

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