Lesetipp: Glitzerkönig Philipp Plein

Die Welt hat ein Portrait über den wohl übelsten deutschen Designer der Gegenwart, den Münchner Philipp Plein, veröffentlicht. In dem Artikel geht es nur am Rande um Ästhetik und hauptsächlich ums Business. Also ganz wie bei Plein selbst.

Der Werdegang des Designers, der erst Jura studierte, dann hinschmiss um Möbel zu entwerfen, dann aber feststellte, dass der Modemarkt höhere Gewinne ermöglicht, wird ausführlich beschrieben. Im Artikel heißt es:

“Um seine Ausgaben aber möglichst niedrig zu halten, betreibt er seine Geschäfte meist mit regionalen Partnern in Joint Ventures. Und: „Ich stehe total auf Outsourcing“, so Plein. Seine 45 Mitarbeiter starke Firma hat weder ein eigenes Lager noch eigene Fabriken – sondern agiert als Großhändler. Was Plein entwirft, stellen Fabriken her, denen er die Kleider quasi abkauft. Die verkauft er dann über seine Showrooms in Düsseldorf, Mailand und demnächst auch in Hongkong an Einzelhändler weiter.”

“Deutschland folge auf seinem Expansionskurs erst jetzt, weil das Land ein schwieriges Feld für die Modebranche sei, erklärt der Designer. „Der deutsche Markt ist verwöhnt, da wollten wir vorbereitet sein.“ Alle Modemarken wollten nach Deutschland, weil hier die Kaufkraft sehr groß sei. „Dementsprechend schwer ist es, sich im deutschen Markt durchzusetzen“, sagt Plein.

Dazu komme, dass der deutsche Markt für die Modebranche zwar beliebt sei – deutsche Designer aber seien international nur wenig gefragt. „Glauben Sie, Christian Audigier hätte es so weit gebracht, wenn er aus Fürth gekommen wäre?“”

Zumindest haben wir es jetzt schwarz auf weiß: Philipp Pleins Vorbild ist der französische Prolldesigner Christian Audigier. Wir können nur hoffen, dass der Rest der Welt rechtzeitig merkt, dass Plein eben doch aus Deutschland kommt – und deshalb hoffentlich nie so berühmt wird wie sein Vorbild.

Den gesamten Welt-Artikel gibt es hier.

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Von: Carl Jakob Haupt

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