Lesetipp: Öko – Outdoor – Unfair

Mirco Lomoth von der Zeit hat einen lesenswerten Artikel über Outdoor-Mode und deren Sozial- sowie Umweltverträglichkeit geschrieben.

Lomoth schreibt: “Gekauft (…) wird immer mehr. Das liegt daran, dass Outdoor-Aktivitäten immer beliebter werden – in einer aktuellen Umfrage des Deutschen Wanderverbandes geben sich 56 Prozent aller Deutschen als aktive Wanderer aus. Und es liegt daran, dass Funktionskleidung längst auch im Alltag salonfähig geworden ist.”

Das ist sie tatsächlich. An jedem S-Bahn-Waggon sieht man diverse Männer mit Jack Wolfskin-Jacke, Tatonka-Mütze oder North Face-Schal. Ästhetisch ist das in dem meisten Fällen nur so mittelmäßig – aber darum soll es hier grad nicht gehen. Denn: “Während die Branche boomt, wird aber auch die Kritik lauter. So hat die internationale Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign, CCC) in einer aktuellen Studie die Geschäftspolitik von 15 großen Outdoor-Unternehmen untersucht, darunter Schöffel, Tatonka oder Salewa und wirft ihnen vor, für Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen mitverantwortlich zu sein, weil sie die Einhaltung von Mindeststandards bei ihren Zulieferbetrieben in Asien, Lateinamerika und Osteuropa nicht ausreichend überprüfen.”

Neben den sozialen gibt es scheinbar auch eklatante ökologische Mängel bei den Outdoor-Ausstattern: “Die meisten Outdoor-Hersteller verwenden zwar für ihr Image Bilder von unberührter Natur, aber in der Praxis kümmern sie sich nicht um die Umweltauswirkungen ihrer Produkte”, sagt Simon Birch von Ethical Consumer, der auch vor übermäßigem Konsumdrang warnt. “Die Hersteller haben die Marketingstrategien der Mode-Industrie übernommen, sie bringen Konsumenten dazu, immer mehr Produkte zu kaufen, die sie gar nicht benötigen – wer braucht schon eine Jacke, die für eine Montblanc-Besteigung ausgelegt ist, wenn er nur einen Waldspaziergang macht?”

Wir sagen nach Lektüre dieses Artikels: Nicht nur (aber ganz dringend auch da) im Design, sondern ebenfalls in Sozial- und Umweltverträglichkeit muss sich bei den Outdoor-Marken einiges ändern. Ansonsten kleidet sich das Dandy Diary-Team bei der nächsten Himalaya-Besteigung lieber bei belgischen Avantgarde-Designern ein. Das Zeug sieht zumindest gut aus.

Category: News

Tags: jack wolfskin, öko, outdoor, sozialverträglichkeit, the north face

Von: Carl Jakob Haupt

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