Lesetipp: Schönheit im Unvollkommenen

Die Neue Zürcher Zeitung enthält heute einen Artikel zur Yohji Yamamoto Ausstellung im Londoner Victoria & Albert Museum.

“An Menschen auf einem Ball habe Yohji Yamamoto bei der Einrichtung seiner Ausstellung gedacht”, schreibt Marion Löhndorf.

Bild: vam.ac.uk

Und weiter: “(…) Yamamoto bewegt sich bewusst ausserhalb von Trends und der Schnelllebigkeit einer zeitgebundenen Mode. Er hasse die Mode, soll er einmal gesagt haben. Dass dieser Arbeitsgrundsatz in seinem Fall kein Widerspruch in sich ist, belegen die Stücke dieser Ausstellung: Nur anhand eines Informationsblattes lassen sich die Kleider datieren, deren Ästhetik ganz eigenen Gesetzen folgt.”

Zur Verortung Yamamotos schreibt Löhndorf: “Auf der einen Seite sind seine Gewänder durchaus im Kontext europäischer Modeschöpfer lesbar – explizit bezieht sich Yamamoto auf die grossen Damen der Pariser Mode, Chanel, Schiaparelli und Vionnet, aber auch auf klassische Herrenschneiderei, auf Arbeiter- und auf Militärkleidung. Viele seiner Kleider reflektieren eine profunde Kennerschaft westlicher Modegeschichte, auf die er oft zitatenreich anspielt. Auf der anderen Seite hat er Anteil an der japanischen Avantgarde-Mode, die er entscheidend mitprägte: Dabei geht es nicht um die Betonung äusserer Vorzüge und das Verbergen des weniger Attraktiven, sondern um das Verhüllen des Körpers, der häufig nur noch als Ausgangspunkt für komplex drapierte Stoff-Elemente dient.”

Die Ausstellung läuft noch bis zum 10. Juli im Victoria & Albert Museum in London.

Den gesamten, sehr lesenswerten Artikel aus der NZZ gibt es hier.

Von: Carl Jakob Haupt

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