Michèle Lamy, the dark side of Rick

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Foto: Thierry Ambraisse

Michéle Lamy, mit ihrer ledriger Haut, düsteren Tattoos, dem Kreidestrich auf der Stirn und ihren goldverkronten Zähnen, könnte man sie fast für die Medizinfrau eines post-apokalyptischen Stammes halten. Oder für ein Reptiloid, der mit Obama, Merkel und Co. die Weltherrschaft an sich reißen will.

Ihre Biografie lässt all das gar nicht mal so abwegig erscheinen. Ihr Alter ist ihr bestgehütetes Geheimnis, branchenüblich, sie selbst hat es mal mit 1600 Jahren angegeben. Wahrscheinlicher ist aber 74, da sie laut eigener Aussage das Sternzeichen Affe in der chinesischen Mythologie ist.

Das würde bedeuten, ihr Geburtsjahr ist 1944. Sie wuchs in Algerien, in einer gutbürgerlichen Familie auf, über die sonst nicht allzu viel bekannt ist. Bekannt ist nur, dass sie schnell genug davon hatte. Eine Eigenschaft, die sich durch ihr ganzes Leben wie ein roter Faden zieht. Zum Oystermag sagte sie:

„In my twenties, I wanted to escape my rich provincial upbringing, so I abandoned studies as a defence attorney to striptease. I was involved in the May, 1968 protests in Paris, and in the early seventies I wanted to be Bob Dylan. My thirties were spent living the Californian Dream surrounded by artists, and giving birth to my daughter Scarlett Rouge. My forties were an entrepreneurial era in Los Angeles where I met my honey, Rick Owens, and I will spend my fifties enjoying life with him“.

Bevor sie zur Muse von Rick Ownes wurde, war sie Strafverteidigerin und Striptease-Tänzerin. Mitte der 1990s eröffnete Madame Lamy das „Les Deux Cafes“ südlich des Hollywood Blvd. Ein nicht ausgeschildertes Restaurant, welches zur Hälfte auf einem Parkplatz lag. Hier gaben sich Filmschaffende, Designer und Intellektuelle die Klinke in die Hand. Die LA-Times kritisierte das Essen, lobte aber die Atmosphäre des Etablissements – und darum ging es schlussendlich: ein Ort für die Underground-Szene.

Nach dem Rick Owens 2003 von  der franzsösischen Marke Revillon eingestellt wurde, um Pelze zu entwerfen, zogen er und Michèle Lamy nach Paris und gaben das legendäre „Les Deux Cafes“ auf. Kurz zuvor wurde in Los Angeles geheiratet. Seitdem ist Lamy Business-Partner / Muse von Rick Owens, der 19 Jahre jünger ist.  „Sie ist eine hypnotisierende Sphinx. Ich bin so fasziniert davon, dass sie alle Entscheidungen auf Basis ihres Instinkts und ihrer Gefühle trifft. Ich selbst bin pragmatisch, sensibel und, verglichen mit ihr, langweilig und konservativ“, so Rick Owens. Über die „Hexenfrau“, wie sie sich selbst gern mal nennt, existieren die absonderlichsten Gerüchte, unter anderem folgende: Sie sei von Wölfen aufgezogen wurden. Oder, auch gut: Sie sei eine Vampirfrau.

Auch in Europa vernetze sich Lamy schnell mit der Künstler-Szene. So gilt sie als die Ziehmutter des britischen Designers Gareth Pugh, der während der Londoner Fashion Week Models mit Tangaesquen-Masken auf die Bühne schickte. Pugh bewarb sich vor über zehn Jahren bei ihr als Praktikant und sie erkannte sofort sein Potenzial. Zu ihren Freunden zählt Lamy unter anderem auch A$AP Rocky, für den sie für das Cover seines Albums „At.Long.Last. A$AP“ gestaltete. Auf dem Artwork trägt der US-Rapper / Stilikone am kleinen Finger einen Ring, den ihm Michèle schenkte. Und für FKA Twigs spielte sie in ihrem Kurzfilm M3LL155X mit.

Vor nicht allzu langer Zeit hat diese unglaubliche Frau mit dem Boxsport angefangen. Ein Sport, wie sie mit rauchiger Stimme erklärt, der zum aktuellen politischen Weltgeschehen passt. „Man kämpft, aber nach Regeln.“ Ihren Boxring stattet sie zusammen mit ihrem Soul Mate Owen aus.

Wir dürfen gespannt sein, was noch alles von dieser außergewöhnlichen Dame kommt, die wirkt als wären sie schon mindestens 7 Mal auf dem Planenten Erde gewesen (Zitat: Kanye West).

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#GarethPugh

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But then .. #what are we fighting for ..

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Category: News

Tags: Michèle Lamy, Rick Owens

Von: David Kurt Karl Roth

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