Mit LEVI’S “Station to Station” durch die USA

Die große amerikanische Jeansfirma LEVI’S hat etwa 100 internationale Künstler eingeladen, mit einem Zug durch die USA zu fahren. Einer davon bin ich, wobei meine Kunst vor allem darin besteht, mich möglichst fern zu halten, von jeglicher Kunst.

Mein Reisepartner ist Tobi, der nicht nur eine pinke Strubbelfrisur hat, sondern auch Sänger und Erschaffer der Berliner Gute-Laune-Punk-Band BONAPARTE ist. Wir vertreten also gewissermaßen Deutschland, in diesem Kunstzug und fallen zuvorderst durch ziemlich, nun ja, künstlerische Frisuren auf. Das ist natürlich unangenehm – eine Glatze zu rasieren aber irgendwie auch keine Option.

Während wir in New York den so genannten Kick-Off der Zugreise feierten und uns an einem Pier in Brooklyn den Sonnenuntergang über Manhattan und solche starke Musikgruppen wie ARIEL PINK’S HAUNTED GRAFFITI, SUICIDE, NO AGE oder das post-apokalyptisch-jazzige Yoshimio, Hisham Akira Bharoocha & Ryan Sawyer Trio (rattenscharfer Bandname!) anschauten, lernten wir einige elementare Dinge, über die bekannteste Jeansmarke der Welt, die ich unmöglich für mich behalten kann:
 
1. Der LEVI’S-Boss lässt sich bewusst größenwahnsinnig J.C. nennen, ist Best-Friend mit Barack Obama und fängt während seiner Motivationsreden gerne mal an Rock ‘n Roll- und Gospel-Songs zu singen. Das schärfste ist allerdings: er sieht aus wie Nicolas Cage. Mehr geht nicht.
 
2. LEVI’S heißt bekanntlich deshalb LEVI’S, weil das Unternehmen vom Hosenpionier Levi Strauß gegründet wurde, der einst aus Deutschland in die USA emigrierte. Man würde also annehmen, dass LEVI’S deutsch ausgesprochen würde. Dem ist aber (wichtiges Learning!) nicht so. Denn Levi Strauß hieß eigentlich Loeb Strauß und hat sich erst in den USA in Levi umbenannt – und zwar in die die englisch ausgesprochene Version. Der Grund: seine neuen Landsleute konnten Levi schlicht besser aussprechen, als Loeb. Wir lernen also, es heißt: “Lieweiss”
 
3. Jeans sind das koolste Kleidungsstück auf der ganzen Welt. Ganz besonders die von LEVI’S. Klare Sache.
 
 
Weil das Kick-Off-Event allen so wahnsinnig gut gefallen hat, sind wir nach zwei Tagen New York weiter nach Pittsburgh geflogen, wo der irre “Station-to-Station”-Kunstzug auf uns gewartet hat – und das New Yorker Event einfach nochmal wiederholt wurde. Diesmal jedoch mit deutlich realeren, deutlich un-hipperen Gästen. Hier kam das echte Amerika – und war ganz entzückt von den noisigen Sounds der mitgereisten Bands. Ein so genannter Culture Clash in seiner uramerikanischsten Form: Ostküsten Hipness trifft auf ehrliche Down-to-Earth-Amerikaner. Das hat ganz hervorragend funktioniert.
 
Pittsburgh wurde, man ahnt das vielleicht, nach 24 Stunden eher fad. Also verließen wir ehemals so stolze Stahlstadt gen Westen – und zwar endlich, endlich mit dem Zug, dem Kunstzug. 
 
 
 

 

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Tags: Art, bonaparte, jeans, kunst, Levi's, reise, Station to Station, usa, zug

Von: Carl Jakob Haupt

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