New shit: #healthgoth

In der Mode dreht sich derzeit alles um Gothic.

Erst gab es #ghettogoth. Ein Trend, der durch die legendären New Yorker GHE20G0TH1K Partys, die von DJane VENUS X und HBA Gründer Shanye Oliver veranstaltet werden, geprägt wurde. Dank Rihanna wurde Ghettogoth weltbekannt.

Sexy RiRi verwendete den Hashtag #ghettogoth auf Instagram unter Fotos, auf denen sie in Ghetto-Gothic-inspirierten Looks poste. Als Modemagazine Rihanna zur Erfinderin des Ghetto-Goth-Looks erklärten, flippte Dramaqueen VENUX X öffentlichkeitswirksam aus.

Sie fühlte sich um ihren Ruhm gebracht und schrieb auf Twitter:

I will not be throwing any more #ghettogoth parties or djing.  @rihanna thank you for teaching me a lesson.  GOODBYE WORLD

I work so hard for some dumb industry sex slave bitch to come collect all the coins and credit for my brand? @rihanna       #ghettogoth

Entgegen ihrer Drohungen verdient VENUX X übrigens noch immer ihr Geld als DJane, auch die GHE20G0TH1K Partys gibt es noch. Ein zweiter Gothic inspirierter Trend, welcher in den letzten Jahren aufpoppte, ist Street Goth.

Street Goth entstand als Gegenbewegung zum fröhlich-knallig-bunten Streetwear-Look, welcher um 2009  populär war. Hippe Boys in Harlem begannen damit Streetwear mit Pieces von Gothic inspierten Highfashion-Labels zu mixen. Rapper und Stilkone A$AP Rocky rockte den Look und machte ihn somit auch außerhalb seiner Hood Harlem bekannt. Er trug Rick Owens Sneaker, Black Scale, Alexander Wang und SSUR Hats. Auch Kanye West – in schwarzen Tank-Tops und Leder-Jogginghosen –  prägte den Street Goth Look.

Der neueste Shit heißt #healthgoth. Wie so oft existiert die modische Bewegung bereits bevor es zur Begrifflichkeit kam, um diese zu beschreiben. So auch im Fall #healthgoth. Der Begriff #healthgoth stammt von Mike Grabarek und Jeremy Scott – einem R’n’B Duo (Magic Fades) aus Portland, USA – sie erstellten April 2013 eine #healthgoth Facebook Fanpage.

Hier posten sie alles was sie zur #healthgoth Welt zählen: Schwarz-weisse PORSCHE DESIGN Performance-Sneaker, einen Tennisschläger mit schwarzer NIKE Handgranate anstelle eines Tennisballs, NORTHFACE Etip Handschuhe, schwarzer ADIDAS Trainingsanzug, bionisch-futuristische Körperteile und Kampfmonturen für den Übermensch.

Im Gegensatz zum Normcore Trend, mit dem wir uns kürzlich für die Berliner Zeitung TAGESSPIEGEL auseinandergesetzt haben, geht es bei #healthgoth nicht um einen ironisierten Look mit Retro-Ästehtik, sondern um einen cleanen, futuristischen, anti-nostaligischen Performance-Look für den Zukunftsmenschen.

Neben den Performance-Pieces der Sportswear Giganten ADIDAS und NIKE sind es bislang vergleichsweise unbekannte Labels, die die Designs für den Health Goth Look entwerfen. D.T.T.K, beispielsweise.

Hinter D.T.T.K steckt der japanische Künstler Detto K. Er entwirft Functionable Sportswear. D.T.T.K wurde von Vfiles neben zwei anderen Labels ausgewählt, um während der diesjährigen New York Fashion Week im Rahmen der Vfiles Fashion Show die neueste Kollektion zu präsentieren. Die Show wird mit großer Wahrscheinlichkeit für einen Boom des Labels sorgen.

Ein anderes Labels, welches für den Healthgoth Look steht, ist das London-based Label COTTWEILER. Ein Luxury-Sportswear-Label, das sich auf Funktion, Schnitt, Material und bewusste Reduktion im Design spezialisiert.

Modejournalist und Dandy Diary Buddy Tim Neugebauer hat für das COMPLEX UK Magazine ein Interview mit Grabarek und Scott, den Erfindern der Begriffs Healthgoth, geführt. Auf die verstärkte Präsenz von schwarz-weisser-Performance-Fashion wurden sie erstmalig im Internet aufmerksam, erst später in den Clubs ihrer Heimatstadt Portland.

Somit ist Healthgoth ein weiterer Trend, wie auch Seapunk, der nicht auf der Straße und in den Clubs, wie frühere Bewegungen und Subkulturen wie Punk, Gothic oder Nu Rave, sondern im Internet, entstand.

Neben COTTWEILER nennen die Macher von #healthgoth noch Whatever 21 und ADYN als Design-Referenzen. Wenn sie im Netz auf Bildersuche für ihre Facebook Page gehen, dann hauen sie Schlagwörter wie in Mesh, BioWare, Body Enhancement Tech, Prosthetics und Tactical Gear in die Tasten ihres Laptops.

Auf die Frage, ob es auch einen Soundtrack zur #healthgoth Bewegung gibt, geben sie eine erstaunliche Antwort. Sie gehen davon aus, dass Musik heutzutage nicht mehr notwendig ist, um eine Subkultur zu definieren. Über Instagram oder Tumblr kann über Nacht ausschließlich durch das Teilen von einer visuellen Ästhetik eine Bewegung entstehen, so Grabarek und Scott im COMPLEX Interview.

Wie der Name schon sagt, geht es bei #healthgoth auch um die Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Performance des eigenen Körpers. Schwabbelbauch oder vom Kiffen träger Körper sind nicht erwünscht.

US Electronic-Artist Deathface hat 10 Regeln für den neuen Trend aufgestellt, zu lesen beim VICE Magazine. Für alle zukünftigen Healthgother die zwei letzten, wohl wichtigsten Regeln:

Pre-workout is better than cocaine, because instead of talking about bullshit for an hour, you get a sick pump, and everyone loves vascularity.

Healthgoth is a completely made-up subculture, but it means that I don’t have to change out of my gym clothes to go out, so I’m all for it.

So, jetzt kann nichts mehr schiefgehen! Go for it!

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Category: Trends

Tags: Cottweiler, DTTK, healthgoth

Von: David Kurt Karl Roth

Fotos via Health Goth Facebook Page

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