New York Fashion Week: MARC BY MARC JACOBS – Herbst/Winter 2014

Wie groß der Einfluss des auch von uns auf schärfste abgehypte Super-Label HOOD BY AIR auf aktuelle Männermode ist, zeigte sich jüngst auf der New Yorker Fashion Week, als Marc Jacobs – immerhin einer der wichtigsten Designer unserer Zeit – seine MARC BY MARC JACOBS Kollektion zeigte. 

Doch nicht nur bei #HBA (wie man lässig im Social Web schreibt) scheint eine große Inspiration für die Dreiviertel-Hosen, bedruckten Longsleeves und Vermummungen gewesen zu sein, sondern auch das Londoner Avantgarde-Label KTZ (aufgenähte, bunte, wild zusammengestellte Patches und Motocross-Ästhetik). Die weißen Rollkragen-Pullover (geil!) und die übergroßen Daunenjacken (auch: geil!) gehören ebenso wie eigentlich alle Teile der Kollektion zum aktuellen Standard an koolen Dingen (vielleicht hat Marc Jacobs ja auch einfach nur aufmerksam DANDY DIARY gelesen, wir haben hier bereits über so ziemlich alles, was er in seinen Designs zeigt geschrieben).

Doch reicht es, für eine gesamte Kollektion einfach nur bei den angesagten Junglabels abzugucken und es halbgar nachzumachen? Wir finden eher nicht. Allein schon die Slogans, die Jacobs auf seine Kleidung gedruckt hat, zeigen schon, wie unlocker das alles ist: Revolution steht da und MBMJ und Rally. Das geht natürlich so nicht, ist zu naheliegend und einfallslos.

Wäre Marc Jacobs ein Jungdesigner, würden wir sagen: das geht alles in eine gute Richtung, ist inspiriert von den richtigen Labels und da könnte sicher mit etwas mehr Eigenständigkeit was draus werden. Da es sich bei Marc Jacobs aber um einen der bekanntesten und auch erfolgreichsten Designer handelt, die es aktuell so gibt, müssen wir konstatieren: das ist eine ganz maue, uninspirierte und schlecht zusammengeklaute Kollektion, für die der Muskelmann mit dem M&M-Tätowierungen sich schämen sollte (und für die College-Jacken sowieso!).

Von: Carl Jakob Haupt

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