Outsourcing: bei BEEN TRILL soll jetzt der Kunde bitteschön selbst designen

Das im Grenzgebiet zwischen hipper Fashionszene und nerdigen Online-Kommentatoren angesiedelte Label BEEN TRILL hat einen neuen Service vorgestellt, der es nun ermöglicht, sein eigenes #beentrill Shirt zu designen: BEEN TRILL x U

Man kennt das Prinzip zwar schon aus früheren Jahrzehnten, in denen man sein Abi-Shirt im örtlichen Copy-Shop drucken ließ, oder aktuell vom ADIDAS ZX Flux, den man sich mit einem eigenen Foto bedrucken lassen kann. Doch bei einem Turnschuh ist seitens des Herstellers noch relativ klar eine eigene Designleistung zu erkennen, der ZX Flux ist unverkennbar ADIDAS. Bei einem T-Shirt ist das schon anders. Beim Abi-Shirt kann man nicht wirklich erkennen, aus welchem Copy-Shop es kommt. Ähnlich verhält es sich nun mit BEEN TRILL, die ja nie für besondere Schnitte oder Stoffe bekannt waren, sondern einzig für Grafiken auf ihren Shirts – und die lagern sie jetzt eben aus.

Die Designleistung der #beentrill Designer, die ja ohnehin nie besonders stark war, tritt also hinter die ästhetischen Vorstellungen der Zielgruppe zurück. BEEN TRILL liefert nur die weiße Leinwand, die technische Plattform  – und die Kraft der eigenen Marke. Denn ein selbst designtes T-Shirt vom Copy-Shop ist natürlich längst nicht so scharf, wie eines von BEEN TRILL. Auch wenn das irgendwie aufs gleiche hinauskommt.

Dass BEEN TRILL die von den Kunden designten Shirts dann wiederum auch als regulär erhältliche Designs verkauft, macht die neoliberal-kapitalistische Wertschöpfungskette dann perfekt (auch wenn 5 Dollar von jedem Verkauf an den ursprünglichen Designer gehen).

65,- US Dollar kostet ein solches originales aber trotzdem ultra-uniques BEEN TRILL-Shirt. Wir empfehlen, ein komplett weißes zu bestellen.

Category: News

Von: Carl Jakob Haupt

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