Paris: so küsst man richtig

Wo, wenn nicht in Paris, sollte ich denn bitteschön endlich lernen, wie das so geht, mit dem Küssen?

Voller Erwartungen und ein wenig ängstlich mache ich mich also am Freitag vor zwei Wochen auf, um mir in der so genannten cité de l’amour  mal erklären zu lassen, wie man richtig küsst. 

Nach verpasstem Flug, ewiger Warterei am Hamburger Flughafen, neuem Flug, ewiger Fahrt vom Pariser Flughafen, ritueller Reinigung in der Hotelbadewanne und kurzem Spaziergang zum Pier finde ich mich auf einem Boot auf der Seine wieder, dem Fluss also, der Paris trennt in oben und unten – was die Franzosen interessanterweise in rechts (droite) und links (gauche) übersetzen.

Ob das ein Ausdruck der sprichwörtlichen egalité ist, weiß ich nicht – könnte aber sein: hier steht niemand über dem anderen, es ist ein reines nebeneinander. Ob das auch für’s Küssen gilt? Egal. Zu viel nachdenken hat in dieser Sache ja noch nie geholfen. 

Auf dem Boot erklärt die Sexualanthropologin Dr. Ingelore Ebberfeld dann endlich, wie das geht, mit dem richtigen Küssen.

Benebelt vom nächtlichen Paris und einem mir unbekannten Champagner klingt plötzlich alles etwas dumpf aber doch so brutal einfach:

“Nicht zu laut küssen, nicht zu doll drücken”, sagt sie.

Und: “Sie müssen den richtigen Moment abpassen.”

Ich verstehe.

“Gut gekleidet muss man außerdem sein.”

Ich trage, wie so oft – zu oft! – in letzter Zeit meinen orange-farbenen FILA-Pullover mit zwei frischen Rotweinflecken neben dem Logo. Und grüne Haare.

Wir fahren am Eiffelturm vorbei, der phallisch in den Nachthimmel ragt. Mein Kopf ist irre heiß. Die Fahrt endet irgendwann, irgendwo. Dann gehe ich in eine Bar, das Le Baron, trinke an, gegen die vielen Erkenntnisse und beobachte später dann verschiedene Menschen beim gut gekleidet sein und beim richtigen Moment abpassen und dann auch beim Küssen.

Den richtigen Moment für meinen Kuss hingegen verpasse ich – liegt vielleicht am Pullover mit dem Rotweinfleck.

Befleckt trolle ich mich am nächsten Tag zurück nach Deutschland.

Bei nächster sich bietender Gelegenheit werde ich das nochmal probieren müssen, mit dem Küssen und Paris.

P.S.: Tip-top rasiert muss man übrigens auch sein, um gut Küssen zu können. Das sagt Dr. Ebberfeld zumindest – was nicht weiter verwundert. Diese ganze Reise ist schließlich vom Rasiererhersteller GILLETTE finanziert, dessen neuer Rasierer “Fusion Pro Glide Silvertouch” tatsächlich irritierend gut funktioniert. Denkt man ja gar nicht, wenn so ein Aufwand betrieben wird, um ein Produkt vorzustellen.

Foto: Florian Böck

Category: Beauty

Tags: gillette, knutschen, kuss, küssen, liebe, Paris, rasur

Von: Carl Jakob Haupt

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