Shopping Guide: East London

Dass East London der hippste Ort in ganz England, wenn nicht sogar auf der ganzen Welt ist, weiß mittlerweile nun wirklich jeder Langweiler. Dennoch ist der Spot zwischen Liverpool Street und Shoreditch groß genug um diverse mehr oder weniger gut versteckte Perlen der käuflichen Männermode zu beherbergen.

Ich habe mich deshalb vorgestern auf den Weg gemacht, die besten Men’s Wear Stores in East London zu finden – und zwar wirklich nur die Allerbesten. Hier ist er nun also: der ultimative Dandy Diary Men’s Wear Shopping Guide für East London.

Der etwa dreistündige Trip startet an der Liverpool Street Station. Dort solltet ihr den Hauptausgang Richtung Bishops Gate nehmen, dann links laufen und bei “Pizza Express” rechts rein. Das klingt natürlich komplizierter als es ist. Auf der linken Straßenseite ein Stück weiter laufen, bis zum überdachten Marktplatz. Das ist Spitalfields Market.

Die diversen Stände auf dem Markt kann man getrost vernachlässigen, aber auf der Rückseite des Arreals gibt es ein paar gute Stores. Besonders empfehlenswert ist hier “Albam“, ein für London typischer Men’s Wear Store mit vielen Hemden, Wildlederschuhen, teuren Hosen sowie Sakkos mit Elbogenpads. Für ein Hemd zahlt man etwa 100 Pfund.

Direkt neben “Albam” eröffnet übrigens am 25. September ein “Barbour”-Store, der sicherlich auch einen Besuch wert ist.

Geht man vom “Albam”-Store aus nach links um die Markthalle herum, kommt man zu “D.S. Dundee“. Dort gibt es hochwertige Herrengarderobe und vor allem schöne Lederschuhe schon für unter 200 Pfund. Wenn man sowieso an der Ecke ist, kann man da ruhig auch mal reingehen.

Wenn ihr beim “Albam”-Store genug geglotzt und gekauft habt, überquert ihr die große Straße Richtung Osten. Dann geht ihr in die Straße zwischen dem unsäglichen Laden “All Saints” auf der linken und dem Pub auf der rechten Seite hinein. In dieser Straße findet ihr die ersten Vintage Läden, für die das Viertel um die Brick Lane so bekannt ist.

Auf der linken Seite, direkt hinter dem “All Saints”, kommt man dann an “Absolute Vintage” vorbei, einem gut sortierten, großen Second Hand-Laden. Es gibt dutzende Paar Schuhe, hunderte Hemden, Hosen, Shirts und eigentlich alles, was man auch hier in Deutschland in Second Hand-Läden findet – nur eben viel mehr davon. Die Preise sind moderat. Jacken beispielsweise gibt’s für unter 50 Pfund.

Etwas weiter die Straße runter, ebenfalls auf der linken Straßenseite, findet sich der “YMC“-Store. YMC steht für “You Must Create” und das wiederum ist ein, na klar, britisches Label. Der Store ist mit alten Holzbeinen, einem Piratenhaken und anderem geilen Zeug gestaltet. Die Preise sind ziemlich hoch, die Klamotten aber auch wirklich sehr, sehr schön. Im “YMC” möchte man eigentlich alles sofort kaufen. Auch weil die Verkäuferin so furchtbar nett ist.

Nachdem ihr ein wenig mit der Verkäuferin geflirtet habt, geht ihr die Straße weiter und stoßt auf die Brick Lane, in die ihr nach links einbiegt. Dann geht ihr direkt wieder links in den Dray Walk, eine Hinterhofsackgasse, die von unfreundlichen Security-Leuten bewacht und von hunderten Hipstern besidelt ist. In dieser Straße findet ihr den “Number Six“-Store, der auf zwei Etagen diversen angesagten Kram, wie Pullover, Kordhosen, Rucksäcke, Wildlederschuhe, halbverrückte Bücher und Marken wie Barbour, Baracuta, Burlington, Fred Perry, Ben Sherman Modern Classics, Suit, YMC, Nude und so weiter verkauft.

Direkt nebenan ist der “Folk“-Store, der auch einen Blick wert ist, wenn man schon mal dort ist. Und gegenüber von “Number Six” befindet sich “Rough Trade“, der wohl bekannteste Musikladen der Welt. Hier spielen immer mal Bands, aber auch wenn nicht, lohnt sich ein Blick in den Laden. Nicht empfehlen kann ich den großen Grill-Stand am Anfang des Dray Walk. Der vegetarische Teller dort ist wirklich grausam. Hätten die Security-Typen nicht so böse ausgesehen, wäre ich versucht gewesen der Verkäuferin das Essen an die Schürze zu werfen.

Als nächstes geht ihr wieder aus der Sackgasse hinaus und lauft die Brick Lande weiter. Nach etwa 150 Metern erreicht ihr dann “Rokit“. Einen besseren Second Hand-Laden habe ich selten gesehen. Hier finden sich nur angesagte Teile wie Hawaiihemden, Wanderstiefel, Cordhemden, Hüte, Armee-Jacken, bedruckte T-Shirts, Baseballjacken und eigentlich alles, was man derzeit so haben sollte. Noch dazu sind die Teile allesamt sehr erschwinglich. Ein Paar Stiefel habe ich für 45 Pfund gekauft, ein Hemd für 10. Wer in London ist und nicht in diesen Laden geht, der ist, das muss man wohl so sagen, selbst dran schuld.

Wenn man aus dem “Rokit” raus geht, braucht man eigentlich keine weiteren Second Hand-Läden mehr sehen. Dennoch gibt es unfassbar viele in und um die Brick Lande. Ich empfehle hier einfach in diejenigen zu gehen, die euch von außen am besten gefallen.

Solltet ihr eine kleine Stärkung zwischendurch brauchen, könnt ihr in den 24-Stunden-Bagel-Laden oder zu Brick Lande Coffee gehen. Beide Läden sind eigentlich nicht zu verfehlen und wirklich gut.

Am Ende der Brick Lane überquert ihr dann, gestärkt durch Bagel und Kaffee, die Straße mit der Ampel und biegt erst nach links, dann leicht nach rechts in die Redchurch Street ein. In dieser Straße gibt es eine Menge kleine Geschäfte und Galerien, bei denen es sich eigentlich immer lohnt, zumindest kurz mal hineinzuschauen und ein Kunstwerk für tausend Pfund zu kaufen. Solltet ihr das nicht tun, könnte es sein, dass ihr euer ignorantes Verhalten in einigen Jahren bereuen werdet. Es sei euch gegönnt, ihr verdammten Hipster.

Irgendwann, wenn ihr die Redchurch Street nur lang genug entlang gelaufen seid, endet ihr auf der Shoreditch High Street. Dort dreht ihr euch nach rechts, überquert nach etwa 250 Metern die Ampel und geht auf die gegenüberliegende Straßenseite. Dort findet ihr den Laden “Present“. Der Store ist vollgepackt mit scharfen Klamotten, viele davon im aktuell angesagten Tailored-Design. Die verkauften Marken reichen von RAF by Raf Simons über Porter bis hin zu Kitsuné. Hier gibt es Socken, Bücher, Magazine, Hosen, viele Mäntel und interessante Gespräche mit den Verkäufern.

Nachdem ihr bei “Present” hunderte Sockenpaare gekauft habt, geht ihr die Shoreditch High Street weiter hinauf, bis auf der rechten Seite die kleine Calvert Avenue auftacht, die man übrigens leicht übersehen kann. In dieser Straße liegt der fantastische Men’s Wear-Store “Anthem”. Inhaber Simon Spiteri verkauft hier ausgewählte Kleidung von Comme des Garcons, Raleigh Denim, Folk, Oliver Spencer und einigen wenigen mehr. Ist leider alles recht kostenintensiv, was mich davon abgehalten hat, mir hier einen steilen Wollpullover zu kaufen. Mittlerweile bereue ich das natürlich.

Wenn ihr dann mit dem “Anthem” durch seid, habt ihr auch schon alles wichtige in Sachen Men’s Wear in East London gesehen. Viel mehr geht kräftemäßig sowieso nicht.

Um wieder etwas Energie für den Heimweg zu tanken, empfehle ich das SAF, ein vegetarisches Rohkost-Restaurant, das ebenfalls in der Nähe der Shoreditch High Street liegt. Von hier aus könnt ihr dann easy zurücklaufen zur Liverpool Street. Hoffentlich mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen, ob so viel schöner Men’s Wear-Shops. Viel Spaß dabei!

Category: News

Tags: brick lane, east london, London, shopping, store

Von: Carl Jakob Haupt

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