Top’s & Flop’s LCM

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Top: Cottweiler 2018

Top: Cottweiler SS 2018

TOP: Martine Rose SS 2018 (Foto: Lucie Rox via Dazed)

Während wir unsere “englische Woche” (4 Events, in 4 Städten) gerade so überlebten, zeigte Gosha Rubchinskiy unabhängiger, lässigerweise seine SS 2018 Show in St. Petersburg und die London Collections: Men ging in ihre nächste Runde.

Die 2012 gelaunchte britische Männermodewoche erlebte ihre bislang härteste Saison. Denn – dank der vielfachen Zusammenlegung von Menswear- und Womenswear – entschlossen sich wichtige Marken dazu nicht mehr auf der LCM zu zeigen.

Darunter das britische Powerhouse Burberry, die diese Saison ausschließlich auf der London Fashion Week zeigen. Aber auch andere Marken wurden schmerzlich vermisst: Beispielsweise Nasir Mazar, der mit seiner luxuriösen Streetwear die Szene Londons in den letzten Jahren entscheidend prägte. Oder aber Tom Ford.

Doch die London Collections: Men ist immer noch die Fashion Week, auf der es die meisten sehenswerten Männermode-Kollektionen zu sehen gibt. Heute wird in London – unter anderem – noch CRAIG GREEN und A-COLD-WALL zeigen doch wir ziehen schon mal ein erste Fazit.

Und verraten euch, welche Fashion Shows uns besonders gut gefallen haben – und welche für gähnende Langeweile im Dandy Diary Office sorgten. MARTINE ROSE zeigte zum wiederholten Mal eine zeitgemäße Kollektion, in der sie mit Normcore / Dadcore Ästhetik spielte.

Inspiration bezog sie aus Toronto’s Underground-Szene der 80er und 90er Jahre. Designs – inspiriert vom Kletter- und Golfsport sowie Bicycle-Messenger. Und vom Office Look: Jacketts mit breiten Schultern und Kugelschreibern in der Tasche.

Eine weiteres Labels, deren SS 2018 Kollektion überzeugte, ist COTTWEILER. Ben Cottrell and Matthew Dainty – die Macher – befinden sich auf einem nicht enden wollenden Siegeszug: zuletzt zeigten sie eine Show auf der Pitti Uomo und gewannen den Woolmark Prize.

Inspiration für ihre neue Kollektion bezogen COTTWEILER vom “Marathon des Sables” – dem “härtesten Ultra-Marathon der Welt”. In dem Profi-Läufer 230 km – in 6 Etappen in 7 Tagen – durch die marokkanische Wüste zurücklegen.

So entstanden techy, funktionale Designs. Eine der wichtigen Elemente der Kollektion: UV-Protection und ultraleichte, leicht packbare Designs. COTTWEILER zeigte auch – beeinflusst von den Farbtönen der Wüste – Hoodies und Hosen.

Die Kollektion von ASTRID ANDERSEN enttäuschte hingegen. Die Sporteluxe-Kollektionen der Dänin gehörten mal zu den Höhepunkten der London Collections: Men, doch die Zeiten sind vorbei, was bleibt: Ideenlosigkeit, Stillstand.

Saison für Saison die immergleichen, erwartbaren Brüche (Tracksuits mit Spitze), bauchfreie Tops für Boys und fette Logoprints. Astrid Andersen SS 2018 – so spannend wie ein Freundschaftsspiel zwischen Estland und Moldawien.

Und auch einer der Designerin, deren ersten Kollektionen wir euphorisch feierten, enttäuscht mit ihren neuen Kollektion: Grace Wales Bonner. Sie würde – so wünschten wir uns – in die Fußstapfen von Modemachern wie Craig Green und J.W. Anderson treten können – mit kompromisslosen, intellektuellen Designs.

In der Vergangenheit befreite sie den schwarzen Mann von der Macho-Klischee-Darstellung und zeigte seine weiche, feminine Seite. Doch ihre neuste Kollektion wirkt vergleichsweise weich gespült – kein Mut zur Radikalität: Minimalism der 1990er.

Keine extrovertierten, exotischen Entwürfe. Beugt sie sich dem kommerziellen Druck? Wir wissen es nicht, wünschen uns aber sehr, dass sie zu ihrem Ursprung zurückkehrt und noch radikaler an ihrer Vision arbeitet.

TOP: Cottweiler SS 2018

Top: Cottweiler SS 2018

FLOP: Grace Wales Bonner SS 2018

FLOP: Grace Wales Bonner SS 2018

Flop: Grace Wales Bonner SS 2018

Flop: Grace Wales Bonner SS 2018

FLOP: Astrid Andersen SS 2018
FLOP: Astrid Andersen SS 2018

TOP: Martine Rose SS 2018 (Foto: Lucie Rox via Dazed)

TOP: Martine Rose SS 2018 (Foto: Lucie Rox via Dazed)

TOP: Martine Rose SS 2018 (Foto: Lucie Rox via Dazed)

Category: Fashion Shows

Tags: Cottweiler, London Collections: Men, Martine Rose

Von: David Kurt Karl Roth

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