TRACES – DAS BUCH ÜBER MODE UND MIGRATION

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obs/AMD Akademie Mode & Design/Hans Feurer

Ob es nun um das Essen, die Musik oder die Sprache geht – ständig werfen wir mit dem Begriff der „kulturellen Vielfalt“ um uns.

In unser globalisierten Welt  prahlen – während wir auf unsere asiatischen Hot Dogs warten, Kokosnusswasser schlürfend – vor unseren Freunden über unsere letzte Australien-Reise, die uns viele wundervolle, kulturellen Eindrücke beschert hat.

In einem Forschungsprojekt der AMD (Akademie für Mode und Design) und der Design-Fachbereich der Hochschule Fresenius hat man sich mit diesem so breit gefächerten Begriff der ‘kulturellen Vielfalt’ auseinandergesetzt und auf ihr Fachgebiet – die Mode – bezogen.

Dabei herausgekommen ist das Buch „TRACES – Fashion & Migration“, welches sich in einer Sammlung aus Bildern und Artikeln mit der Frage beschäftigt: „Inwiefern ist kulturelle Diversität auch in zeitgenössischer Mode und Trends vertreten?“

Unter dieser Fragestellung wurden Schreiberlinge und Autoren angefragt, sich mit Stilfragen, Kulturen, Strömungen und Design-Karrieren auseinanderzusetzen.

So schrieb Journalist Manuel Almeida Vergara (Frankfurter Rundschau) – der noch vor einigen Dandy-Jahren uns wichtige „Fragen des Stils“ beantwortete und darüber sprach, dass er ja dringend Lady Gaga mit seinem damals frisch gestochenen Dior-Fingerknochen-Tattoo die Fresse polieren müsse, seine Gedanken zur Migration im Fashion-Business.

Außerdem findet man in “TRACES – Fashion & Migration” u.a. Artikel von Dr. Burcu Dogramaci, einer Doktorin, die in München Studenten den Schwerpunkt Kunst nahe bringt. Jina Khayyer, die bis in die 80er Jahre noch mit einem sogenannten „Fremdenpass“ ausgestattet war, keinem Staat angehörte und das Buch mit dem skurrilen Titel „Älter als Jesus oder Mein Leben als Frau“ auf den Büchermarkt brachte.

Autorin Silke Wichert, die laut Instagram-Bio „Migrantin“ ist und aus dem sonnigen Barcelona, wo sie mit ihrer Family lebt, für deutsche Medien die Tasten drückt, teilt ihre Gedanken zu Mode und Migration. Auch die Worte der ehemalige Modebloggerin Dr. Mahret Ifeoma Kupka, die unsere heiß begehrte Branche aufgab, um sich mit einem Dr-Titel von gelangweilten Studenten ansprechen zu lassen, kann man in der Spuren-Sammlung nachlesen.

Bebildert werden diese lesenswerten, journalistischen Leistungen von Fotografien von Wolfgang Tillmans, Mario Sorrenti oder Ralph Mecke etc.

Und da nun auch der Bundestag 2016 erkannt hat, dass die „Kreativwirtschaft“ im Prozess der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragen vermutlich ein gar nicht so ein unwichtiger Teil darstellt,  stellt er nun auch dem Auswärtigen Amt „Mittel zur internationalen Vernetzung“ (Cash) zur Verfügung.

Das nutzte eben besagtes Amt und schmiss eine Modenschau zur Auftakt der Fashion Week – für Designer und Label mit Migrationshintergrund. So wurde wild gefeiert – und die neusten Kollektionen von unter anderem Lala Berlin, Hien Le, William Fan und Sadak präsentiert.

Das Ganze endet mit dem so wunderbar hoffnungsvoll gezogenen Fazit, dass ja eben jene Fusion verschiedener Kulturen das ist, was Mode und Kreativszene interessant macht – und bereichert.

Die Publikation „TRACES – Fashion & Migration ist für 29.90 Euro im Handel erhältlich. Shop, Shop, Shop – BOYS & GIRLS!

Category: News

Tags: amd, Migration, mode, Traces

Von: Angelika Watta

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