Walter van Beirendonck im Interview

Während David mit Highspeed nach Polen gedüst ist, um an der dortigen Fashion Week teilzunehmen, waren DANDY DIARY-Intimus Philip von Mollenkott und ich ein paar Tage in Antwerpen, der Diamantenstadt in Belgien.

Dort trafen wir nicht nur im Rahmen von (Achtung! Sehr modern!) #fashioninantwerp einige höchst interessante internationale Bloggerinnen und Blogger, sondern auch den Allmächtigen, den God of Antwerp – wir trafen: Walter van Beirendonck.

Und weil wir nunmal nicht so sind, haben wir dem vollbärtigen Glatzkopf flux mal ein paar ganz generelle Fragen gestellt:

DANDY DIARY: Walter, Junge, wie du weißt kommen wir aus Deutschland. Genauso wie Karl Lagerfeld. Den kennst du sicherlich. Aber sag uns: kennst du außerdem noch deutsche Modedesigner?

WALTER: Um ehrlich zu sein: nein. Ich mit mit meinem ganzen Herzen hier in Antwerpen.

DANDY DIARY: Mhh, nun gut. Wir verstehen. Aber vielleicht solltest du mal nach Berlin kommen und dich umschauen. Dann könntest du auch mal ins Berghain gehen. Da würdest du gut hinpassen.

WALTER: Oh ja, sollte ich. Ich liebe Berlin. In den 1970er Jahren bin ich privat oft in Ostberlin gewesen und dann nochmal in den späten 1990ern. Das ist schon eine ganze Weile her. Mhh, was ist das Berghain? 

DANDY DIARY: Ach, nichts besonderes, eine Disco. Zurück zu Antwerpen. Ich habe gehört, dass du an der Royal Academy of Fine Arts als Student abgelehnt wurdest. Erst ein Jahr später, beim zweiten Versuch, wurdest du genommen. Bist du nicht stinksauer auf die Bastarde, die dich damals nicht nehmen wollten?

WALTER: Ach nein. Ich war einfach nicht gut genug vorbereitet.

DANDY DIARY: Okay, ganz so übel war dein verzögertes Studium dann ja offensichtlich auch nicht. Du hast so immerhin zur angesagtesten Klasse der Modegeschichte gehört, zu den legendären “Antwerp Six”. Habt ihr eigentlich noch Kontakt?

WALTER: Ja, klar. Wir treffen uns immer noch und es gibt diese wunderbare Beziehung zwischen uns. Aber, falls du darauf hinaus willst, wir planen aktuell nicht zusammen zu arbeiten oder eine gemeinsame Sache zu machen.

DANDY DIARY: Wollen wir nicht auch eine wunderbare Beziehung zueinander aufbauen? Wir könnten zum Beispiel heute zusammen ausgehen. Hast du eine Empfehlung für mich, hier in Antwerpen?

WALTER: Hier gibt’s ‘ne Menge Champagner. Bedien dich einfach. Kein Problem. Aber auf Ausgehen habe ich in Antwerpen eigentlich keine Lust. Zu viele Menschen wollen dann mit mir sprechen. Das nervt mich. Ich liebe es hingegen auszugehen in Paris und Budapest. Vielleicht sollten wir es da mal probieren.

Letzten Endes sind wir dann auf der ausschweifenden Geburtstagsparty eines jungen Modestudenten gelandet. Zwar ohne Walter, aber dafür – wie versprochen – mit viel Champagner.

See you in Paris, Walt!

 

Category: Interview

Tags: Antwerp Six, Antwerpen, Berghain, Interview, Walter van Beirendonck

Von: Carl Jakob Haupt

Instagram