Warum Suzy Menkes nichts mehr zu sagen hat!

Die Modejournalistin Suzy Menkes gehört zu den Personen in der Branche, deren Position so hoch ist, dass man sie nicht kritisieren würde. Dies ist ein ‘No-Go’. Menkes ist eine Gottheit. Und Göttern pinkelt man ungern ans Bein.

Wir machen das hier aber trotzdem mal. Menkes hat sich über viele Jahre als Journalistin für die International Herald Tribune (heute: International New York Times) verdientermaßen ihr Renommée erarbeitet. Jahrelang schrieb sie echte Modekritiken, welche ein rares Gut in der Modebranche sind.

Doch im März gab die ‘rasende Großmutter’ bekannt, dass sie zur VOGUE wechseln wird. Ein großer Coup für die VOGUE. Denn wenn die ‘kritische Modejournalistin’ Menkes zur VOGUE kommt, dann verleiht das dem Werbeblatt Glaubwürdigkeit. Doch was bedeutet der Schritt für Menkes? Welche Konsequenz hat der Wechsel der wichtigsten Journalisten für die Modebranche?

Bei einer Tageszeitung wie der International Herald Tribune konnte Menkes jahrelang schreiben, was sie denkt. Denn Modejournalisten von Tageszeitungen konnten – bislang – deutlich freier, meinungsstärker von den Modewochen berichten. Da die finanzielle Abhängigkeit der Tageszeitungen zur Modebranche vergleichsweise gering ist.

Doch die VOGUE ist abhängig von dem Geld der Modemarken, daher wird sich fortan auch Menkes an das Regelwerk ihres Arbeitgeber halten müssen: Wer zahlt über den wird nicht schlecht berichtet. Durch den Wechsel von Menkes zur VOGUE verliert die Modebranche damit  eine ihrer wichtigsten Stimmen, auf die sie jahrelang zählen konnte.

Hier geht es zum ersten Menkes Artikel für die VOGUE, in dem sie darüber schreibt, dass sie das ‘ugly face of fashion critism’ zukünftig bekämpfen will. Ein Artikel über das Mobbing von Stars und deren modische Fauxpas  auf den Socials, den Menkes mit den symbolträchtigen Worten “Suzy Menkes in Vogue is going to be anti-bitch” beendet.

Wir haben nichts anderes erwartet, doch wünschen uns eine Menkes, die nach einer misslungen Show auch mal Sätze wie : “Karl Lagerfeld fehlt eine Mutter, die ihm sagt, wann er zu weit geht” (Zitat: Menkes) rausbellen darf. Dies wird bei ihrem neuen Arbeitgeber leider nicht möglich sein.

 

 

Category: News

Tags: Cathy Horyn, International Herald Tribune, Modekritik, Suzy Menkes, vogue

Von: David Kurt Karl Roth

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