YSL-Museum in Paris und Marrakech

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Anfang Oktober wurde das Couture-Haus in Paris zum „MusĂ©e Yves Saint Laurent Paris“ ausgebaut. Gezeigt werden neben den gĂ€ngigen ausgestellten Kleidern des Modeschöpfers auch, was den Designer zu seinen als zeitlos geltenden Kreationen inspiriert hat: Ein aus Afrika stammendes Kleid beispielsweise oder die Bilder an der Wand, des niederlĂ€ndischen Malers Pier Mondrian.

Vor einigen Tagen eröffnete nach vierjĂ€hriger Bauzeit nun ein weiterer Ausstellungsort, der als ganzheitliche eine Inspiration fĂŒr den Modemacher darstellte. In Marrakech kann nun das weitere Erbe des großen Yves Saint Laurent besichtigt werden.

An beiden Orten – in Paris und Marrakech – verbrachte der berĂŒhmte Designer seit er sich 2002 von seiner Karriere als Designer verabschiedete, den grĂ¶ĂŸten Teil seiner Lebenszeit.

Zeit, zurĂŒckzublicken.

In Algerien geboren, zog der 17-JĂ€hrige Yves Saint Laurent nach Paris um dort eine Ausbildung an einer Modeschule anzutreten. 1954 dann wurde er mit der heutigen CHANEL-Ikone Lagerfeld der Assistent des großen Christian Dior. Mit der Zeit wurde aus der anfĂ€nglichen Freundschaft zwischen Karl und Saint Laurent jedoch, wie in der dramatischen Modewelt ĂŒblich, eine RivalitĂ€t.

1960 wurde Saint Laurent zum MilitÀrdienst in sein Heimatland einberufen, bekam einen Nervenzusammenbruch und wurde in eine Psychiatrie eingewiesen, in der unter anderem Drogen zur medikamentösen Behandlung dazu zÀhlten.

Die Folgen: Sein Leben lang litt der Designer unter einem Drogenproblem, Dior kĂŒndigte ihm seinen Vertrag. Boyfriend und Manager Pierre BĂ©rge allerdings verklagte das französische Luxusunternehmen daraufhin wegen Vertragsbruchs und die beiden kassierten nicht weniger als 100.000$, welches sie ein Jahr spĂ€ter nutzten um die gleichnamige Modemarke Yves Saint Laurent zu grĂŒnden. Ein Modehaus, das bis heute existiert und dem man nachsagt, die französische Haute-Couture maßgeblich geprĂ€gt zu haben.

6 Jahre spĂ€ter reiste Saint Laurent gemeinsam mit BĂ©rge das erste Mal nach Marrakesch. Ab diesem Zeitpunkt kamen die beiden sehr regelmĂ€ĂŸig zu Besuch:  Zwei Mal im Jahr – Juni und Dezember. Als sie 1980 den berĂŒhmten Garten Jahrein Majorelle besuchten, stand dieser und das dazugehörige GebĂ€ude kurz vorm Abriss und Verkauf an eine große Hotelkette. Kurzerhand erwarb Saint das ganze Anwesen.

Fortan ließ sich der Designer von der Kultur und dem LebensgefĂŒhl der Stadt fĂŒr seine kommenden Kollektionen inspirieren und begann Farben wie pink und gelb miteinander zu kombinieren, was so gar nicht dem entsprach, was er im Fach „Farblehre“ an der Modeschule in Paris gelernt hatte. Doch sie funktionierten.

2008, nach dem Tod seines Partners, ließ BĂ©rge rund 700 Objekte seiner Kunstsammlung im Pariser Grand Palais versteigern und erzielte einen Betrag von rund 374 Millionen Euro. Die HĂ€lfte der Summe spendete er an eine von ihm selbst gegrĂŒndete AIDS-Stiftung. Mit dem anderen Teil grĂŒndete er die YSL-Stiftung, die nun die Errichtung der beiden AusstellungsrĂ€ume initiierte. BĂ©rge starb einige Wochen vor der Eröffnung des ersten Museums.

In Marrakech werden nun auf rund 4.000 Quadratmetern die Haute-Couture Werke des Designers neben Zeichungen, Polaroids und Moodboards in einer Dauerausstellung prĂ€sentiert. Sonderausstellungen, ein CafĂ© und BĂŒcherladen, als auch ein Auditorium und eine Bibliothek sollen den Ort zu einem rundum kulturellen Ort erheben.

BĂ©rge selbst fasste im Interview mit The Telegraph zusammen: „Als Yves Saint Laurent Marrakech 1966 das erste Mal besuchte, war er von der Stadt so erfasst, dass er sofort ein Haus kaufte und regelmĂ€ĂŸig zurĂŒckkehrte. Es fĂŒhlte sich so perfekt natĂŒrlich an, fĂŒnfzig Jahre spĂ€ter, hier ein Museum zu erbauen, welches seinem Gesamtwerk gewidmet ist, das so von diesem Land inspiriert war.“

Category: News

Tags: Marrakech, Paris, Pierre BĂ©rge, YSL

Von: Carl Jakob Haupt

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